20 Jahre Intensivpraktikum an der LMU – ein kurzer Rückblick
29.04.2026
Um Studierenden einen tieferen, realistischeren Einblick in das schulische Handlungsfeld und eine echte Eignungsüberprüfung bieten zu können, hat das Praktikumsamt des MZL im Jahr 2006 das Intensivpraktikum entwickelt und implementiert.
Das Intensivpraktikum ist eine freiwillige Wahlalternative zu den herkömmlichen Kleinpraktika, bei der Lehramtsstudierende für eine ganzes Schuljahr eine Schulklasse und ihre Lehrkraft begleiten, rund 30 Unterrichtsversuche durchführen, sich aktiv vier Schullebensveranstaltungen beteiligen und erfolgsorientiert eine:n Schüler:in fördern. Damit üben sie schon frühzeitig Handlungsweisen ein, die sie im Referendariat benötigen. Darüber hinaus können sie universitäre Theorie besser auf schulpraktisches Handeln beziehen.
Das Modell hat sich zum Selbstläufer entwickelt und ist bei Studierenden ebenso wie bei Praktikumsschulen sehr beliebt. In der standardisierten Praktikumsevaluation schneidet es regelmäßig besser ab als die herkömmlichen LPO-Praktika, die wir weiterhin anbieten.
Einige O-Töne:
„Aufgrund meiner jetzigen Situation im Referendariat sehe ich meine Zeit im Intensivpraktikum als die wichtigste, die mich auf die realen Verhältnisse in der Schule vorbereitet hat.“
„Ich erinnere mich grundsätzlich nur an das Intensivpraktikum zurück, da ich allein in dieser Zeit mehr erlebt und gelernt habe, als in allen anderen Praktika zusammen.“
„Das Intensivpraktikum ist das Beste, was mir passieren konnte. Von Praxisschock keine Spur.“
„Das Intensivpraktikum hat mir nicht nur sehr viel Spaß bereitet, sondern mir auch die Sicherheit gegeben, dass der Lehrerberuf die richtige Wahl für mich ist.“
„Wenn ich mir etwas für die Lehrerbildung wünschen dürfte, wäre es eine Verpflichtung zu diesem Praktikum für jeden Lehramtsstudierenden.“
Seit dem Jahr 2006 hat sich das Intensivpraktikum kontinuierlich weiterentwickelt und stark ausgeweitet. Den Anfang machte ein erstes Programm mit 48 Studierenden an Grund-, Mittel- und Förderschulen. Bereits 2011 folgte eine bedeutende Erweiterung auf Gymnasien und Realschulen, die Zahl der Teilnehmenden stieg auf insgesamt über 500 an. Ebenfalls ab 2011 wurde das Modell im Rahmen der lehr:werkstatt einer BMW-nahen Stiftung schrittweise an zahlreichen Universitäten etabliert, darunter Augsburg, Erlangen-Nürnberg, Heidelberg, Karlsruhe, Mannheim, Passau, Stuttgart-Ludwigsburg, Tübingen und Würzburg.
Ein weiterer Meilenstein wurde 2013 mit der Einführung des inklusiven Intensivpraktikums InKip gesetzt, das den Fokus auf gemeinsames Lernen und Inklusion legte. Bis 2020 hatte sich das Modell fest etabliert: Rund 50 % der Studierenden in den Bereichen Grund-, Mittel- und Förderschule sowie etwa 15 % in Gymnasium und Realschule entschieden sich regelmäßig für diese Praxisform.
Die fortschreitende Digitalisierung spiegelte sich 2023 in der Einführung eines Online-Begleitkurses wider, der das Intensivpraktikum ergänzend unterstützt. Im darauffolgenden Jahr wurde das integrierte Intensivpraktikum für die Förderschule eingeführt. 2025 folgte schließlich das Modell „Intensivpraktikum Plus“ für Gymnasium und Realschule, das zusätzlich mit einer Anrechnungsstunde verbunden ist.
Insgesamt wurden seit 2006 beeindruckende 7.881 Intensivpraktika durchgeführt. Ein weiterer wichtiger Schritt stand Anfang 2026 an: Die Vorstellung des Modells im Bayerischen Kultusministerium, das plant, dieses Konzept ab 2028 flächendeckend in ganz Bayern zu übernehmen. Außerdem wurde das Modell kürzlich in einem Online-Talk des Centrums für Hochschulentwicklung präsentiert. Ab Minute 30 wird das Intensivpraktikum vorgestellt.
Sollte dieser Artikel Ihr Interesse am Intensivpraktikum geweckt haben, finden Sie weitere Informationen auf der Webseite des Praktikumsamts des MZL.