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„EU goes School“ – Exkursion nach Brüssel

03.02.2026

Lehramtsstudierende und Gymnasialreferendar:innen des Projekts „EU goes School: Lehrkräfte als EU-Botschafter:innen (EGS-LAB)“ besuchten in der Woche vom 11. bis 15. Januar 2026 verschiedene EU-Institutionen und außerschulische Lernorte in Brüssel.

Buntes Brüssel

Innerhalb des von der EU geförderten Projekts „EU goes School: Lehrkräfte als EU-Botschafter:innen (EGS-LAB)“ begaben sich Lehramtsstudierende und Gymnasialreferendar:innen im Januar 2026 auf eine fünftägige Exkursion nach Brüssel. EGS-LAB unterstützt (angehende) Lehrkräfte dabei, ihre Einstellungen, ihr Wissen und ihre didaktischen Kompetenzen in Bezug auf Europa und die Europäische Union (EU) zu reflektieren und weiterzuentwickeln, um die eigene europäische Identität sowie die der Schüler:innen im Rahmen qualitativ hochwertigen Unterrichts zu stärken. Ziel der Studienreise war es entsprechend, zentrale Institutionen der Europäischen Union kennenzulernen, europäische Bildungsarbeit aus erster Hand zu erfahren und den didaktischen Mehrwert außerschulischer Lernorte für den Unterricht zu reflektieren.

Tag 1: Anreise, Kennenlernen und Prä-Evaluation

Am Sonntag, den 11. Januar 2026, machte sich die Gruppe mit der Bahn von München aus auf den Weg nach Brüssel. Bereits während der Zugfahrt begann die inhaltliche Arbeit: In einer Prä-Evaluation reflektierten die Teilnehmenden ihre bisherigen Einstellungen, Erwartungen und ihr Vorwissen zur EU sowie zu europäischer Bildungsarbeit. Nach der Ankunft in Brüssel erfolgte der Check-in im Hotel, bevor der Tag mit einem gemeinsamen Abendessen ausklang. Der informelle Rahmen bot Gelegenheit zum gegenseitigen Kennenlernen und zum ersten Austausch über individuelle Bezüge zur EU und politischen Bildung.

Im Parlamentarium

Tag 2: Stadtrundgang, Parlamentarium und Planspiel

Der Montag startete mit einem geführten Stadtrundgang durch Brüssel, bei dem die Teilnehmenden die historische Altstadt und kulturelle Vielfalt der belgischen Hauptstadt erkundeten.

Anschließend besuchte die Gruppe das Parlamentarium, das Besucher:innenzentrum des Europäischen Parlaments (EP). Mithilfe eines Audioguides setzten sich die Studierenden und Referendar:innen selbstständig mit der Geschichte der europäischen Zusammenarbeit sowie der Arbeitsweise des EP und seiner Mitglieder bei der Bewältigung von gegenwärtigen Herausforderungen auseinander.

Am Nachmittag nahmen die Teilnehmenden an einem Planspiel teil, das an die Inhalte des Parlamentariums anknüpfte. In der Simulation politischer Entscheidungsprozesse konnten sie die Perspektiven verschiedener Fraktionen und Länder einnehmen und die Komplexität europäischer Gesetzgebung praktisch erfahren. Gerade im Hinblick auf den späteren Unterricht wurde deutlich, welches Potenzial handlungsorientierte Methoden für das Verständnis politischer Prozesse besitzen.

Bayerische Vertretung

Tag 3: Europäisches Parlament, Bayerische Vertretung und EU-Kommission

Am Dienstagmorgen setzte die Gruppe ihre inhaltliche Auseinandersetzung im EP fort. In einem vertiefenden Informationsgespräch zur Arbeitsweise des Parlaments konnten die zuvor gewonnenen Eindrücke aufgegriffen, weiterführende Fragen gestellt und einzelne Themen noch detaillierter beleuchtet werden. Anschließend folgte eine Besichtigung des Plenarsaals, die zusätzliche Einblicke in die parlamentarische Praxis ermöglichte.

Danach besuchten die Teilnehmenden die Vertretung des Freistaates Bayern bei der Europäischen Union. In einem Gespräch mit Philipp Aigner, der selbst früher als Gymnasiallehrkraft in Bayern tätig war, gab er konkrete Einblicke in seine Arbeit an der Schnittstelle von Bildungspolitik und europäischer Ebene. Seine persönliche Laufbahn stellte für die (angehenden) Lehrkräfte einen besonders greifbaren Bezug zwischen Schule, Bildungsverwaltung und europäischer Politik dar.

Den Abschluss des Tages bildete ein Besuch bei Stephanie Kunisch von der EU-Kommission (EACEA), die das Projekt EGS-LAB auf Seiten der Kommission betreut. Hier erhielten die Teilnehmenden Einblicke in europäische Förderprogramme im Bildungsbereich und die Bedeutung transnationaler Projekte für die europäische Lehrkräftebildung.

Podcast-Aufnahme mit Dr. Georg Martin

Tag 4: Europäische Lehrkräftebildung und Europäische Schule Brüssel III

Am Mittwoch begann das Programm mit einem Termin bei der Association for Teacher Education in Europe (ATEE). Die ATEE hat das Ziel, die Qualität der Lehrkräftebildung in Europa durch einen aktiven Dialog sowie den internationalen Austausch von Forschung und Praxis in der Aus- und Fortbildung von Lehrkräften zu verbessern.

Anschließend besuchten die Teilnehmenden die Ständige Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der EU. Dort trafen sie Imke Vonalt, die aus dem Bundesinnenministerium nach Brüssel abgeordnet ist. Sie gab Einblicke in ihre aktuelle Arbeit im Bereich Justiz und Inneres und beantwortete dabei ausführlich die Fragen der Teilnehmenden.

Am Nachmittag besuchte die Gruppe die Europäische Schule Brüssel III. Aufgrund der Vielzahl an EU-Institutionen in Brüssel gibt es vor Ort insgesamt fünf Europäische Schulen, die insbesondere von den Kindern der bei den EU-Institutionen beschäftigten Mitarbeiter:innen besucht werden. An der Europäischen Schule Brüssel III wurde den Studierenden und Referendar:innen das europäische Schulsystem vorgestellt und mit dem deutschen Schulsystem verglichen. Ein zentrales Merkmal ist der Unterricht in der jeweiligen Erstsprache (L1) der Schüler:innen sowie der Abschluss mit dem European Baccalaureate. Darüber hinaus lernten die Teilnehmenden verschiedene schulische Projekte kennen, die den ganzheitlichen Bildungs- und Werteansatz der Europäischen Schulen verdeutlichten.

Ein besonderer Programmpunkt war die Live-Aufnahme einer Podcastfolge für den EGS-LAB-Podcast mit Seminarrektor Dr. Georg Martin. Im Gespräch ging es um seine Arbeit in der Lehrkräfteausbildung, die Unterstützung von Referendar:innen sowie um die Bedeutung von Exkursionen für nachhaltiges Lernen und vertieftes Verständnis politischer und europäischer Zusammenhänge. Die aufgenommene Podcastfolge wird im Februar auf der Projektwebsite erscheinen.

Tag 5: Haus der Europäischen Geschichte und Rückreise

Der letzte Tag der Exkursion führte die Gruppe ins Haus der Europäischen Geschichte. Dort nahmen die Teilnehmenden an einer Informationsveranstaltung speziell für Lehrkräfte teil, bei der Unterrichtsmaterialien vorgestellt und deren Einsatzmöglichkeiten im schulischen Kontext diskutiert wurden. Anschließend folgte eine geführte Tour durch die Dauerausstellung, die europäische Geschichte aus einer transnationalen Perspektive beleuchtet und zur kritischen Auseinandersetzung mit Vergangenheit und Gegenwart Europas anregt.

Während der Rückfahrt nach München schloss die Exkursion mit einer Post-Evaluation, in der die Teilnehmenden ihre Lernerfahrungen reflektierten. Deutlich wurde ein Zuwachs an Fachwissen, institutionellem Verständnis und didaktischer Sicherheit im Umgang mit europäischen Themen. Die Exkursion nach Brüssel zeigte einmal mehr, wie wichtig reale Begegnungen mit europäischen Institutionen und Akteur:innen für die Ausbildung politischer Mündigkeit sind – sowohl für (angehende) Lehrkräfte als auch für ihre zukünftigen Schüler:innen.

Blick auf Brüssel

Marktplatz

Menneken Pis

Europäisches Parlament

Plenarsaal im Europäischen Parlament

Die Exkursionsteilnehmer und Teilnehmerinnen im Europäischen Parlament

Im Parlamentarium

Im Parlamentarium

Planspiel im Parlamentarium

Vor der Bayerischen Vertretung