KI und Schule – Was wissen wir? Wo stehen wir? Wo wollen wir hin?
17.07.2026
Die Zukunft von Schule im Zeitalter der Künstlicher Intelligenz stand im Mittelpunkt der Podiumsdiskussion, bei der Expertinnen und Experten über Chancen und Herausforderungen diskutierten.
Am 9. Juli 2026 fand im Hauptgebäude der LMU eine Podiumsdiskussion statt, bei der Teilnehmende gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus Schulpraxis, Bildungsadministration und Forschung über die Zukunft von Schule im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz diskutierten. Eingeladen hatten das DigiLLab der LMU und das Center for Leadership and People Management. Die Moderation übernahmen Dr. Florian Schultz-Pernice und Dr. Nadine Hammele des DigiLLabs der LMU.
In ihrem Grußwort betonte Prof. Dr. Christiane Lütge, Direktorin des Münchener Zentrums für Lehrerbildung (MZL), die Bedeutung eines offenen Dialogs in einer Zeit rasanter technologischer Entwicklungen. Gerade jetzt sei es entscheidend, die Bedürfnisse von Lehrenden und Lernenden im Blick zu behalten und Bildungsprozesse verantwortungsvoll zu gestalten.
Die Diskussion machte deutlich, dass KI längst Teil der schulischen Realität geworden ist. Schülerinnen und Schüler nutzen KI intensiv im privaten Alltag, häufig jedoch wenig reflektiert und ohne fundierte Kompetenzen zur kritischen Einordnung. Demgegenüber steht die Aufgabe der Schule, eine didaktisch sinnvolle Nutzung zu fördern und Medien- sowie KI-Kompetenz systematisch aufzubauen.
Die Podiumsgäste betonten zugleich die hohe Dynamik des Feldes. Für Schulen sei es zunehmend schwierig, die Vielzahl neuer Anwendungen zu überblicken und deren pädagogischen Mehrwert einzuschätzen. Entsprechend groß sei der Bedarf an Orientierungshilfen, wissenschaftlicher Begleitung und verlässlichen Rahmenbedingungen. Aus Sicht der Bildungsadministration wurden hierzu unter anderem ein geplanter „KI-Kompass“ sowie die laufende Überarbeitung von Lehrplänen vorgestellt.
Diskutiert wurden zudem Potenziale von KI für individuelles Lernen, Feedbackprozesse, Inklusion und forschendes Lernen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass viele Fragen – etwa zu Lernwirkungen, Kompetenzentwicklung oder Prüfungsformaten – wissenschaftlich (und praktisch) noch nicht abschließend beantwortet sind.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der sich wandelnden Rolle von Lehrkräften: Beziehungsarbeit, Reflexion, Kommunikationskompetenz, kritisches Denken, Kreativität sowie die Unterstützung und Begleitung von Lernprozessen gewinnen zunehmend an Bedeutung.
Einigkeit bestand darüber, dass die Gestaltung von Schule im KI-Zeitalter nur im Zusammenspiel von Schulpraxis, Bildungsadministration und Wissenschaft gelingen kann. Entsprechend wurde die Bedeutung enger Kooperationen zwischen Schulen und Hochschulen für die Entwicklung zukunftsfähiger Bildungsangebote besonders hervorgehoben.
Herzlichen Dank an die Podiumsgäste Ministerialrätin Juliane Stubenrauch-Böhme, Bildungsforscherin Dr. Sarah Bichler, Akademischer Oberrat Dr. Stefan Küchemann und Studiendirektorin Sabine Hahn sowie an alle Teilnehmenden für die engagierte Diskussion.