Mit „PrinaSch“ in die Schule von morgen
08.10.2026
Das Format „PrinaSch“ bietet Lehramtsstudierenden der LMU Einblicke in innovative Konzepte wie individualisiertes Lernen und das Lernhausprinzip.
08.10.2026
Das Format „PrinaSch“ bietet Lehramtsstudierenden der LMU Einblicke in innovative Konzepte wie individualisiertes Lernen und das Lernhausprinzip.
Ab Frühjahr 2027 bietet das Praktikumsamt des Münchener Zentrums für Lehrerbildung (MZL) der LMU mit PrinaSch – „Praktikum in innovativen Schulen“ ein neues Praktikumsformat an. Für die auswärtigen Partnerschulen ist der Zeitraum vom 1. bis 19. März 2027 vorgesehen, für die Münchner Schulen nach Absprache – voraussichtlich im selben Zeitfenster. Über drei bis vier Wochen hospitieren und unterrichten Lehramtsstudierende aller Lehrämter an einer der sechs Partnerschulen, die zeitgemäße pädagogische Konzepte konsequent umsetzen – vom Lernhaus- und Lernbüroprinzip über offene Lernlandschaften bis zur reformpädagogischen Tradition.
Zum Netzwerk gehören in München der bilinguale Jules-Verne-Campus, die Anne-Frank-Realschule mit ihren Lernateliers und Coaching-Gesprächen sowie die Rudolf-Steiner-Schule Schwabing mit ihrer Waldorftradition. Außerhalb des Großraums München sind es die Evangelische Gesamtschule Gelsenkirchen-Bismarck mit ihrem Fach „Freies Lernen“, die Alemannenschule Wutöschingen, deren Gründer Frontalunterricht für „Zeitverschwendung“ hält und deren Schülerinnen und Schüler regelmäßig die Durchschnittsnoten des Landes Baden-Württemberg übertreffen, sowie die Eichendorffschule Erlangen mit ihren Lernbüros und ihrem Schwerpunkt auf Bildungsgerechtigkeit.
Im Zentrum des Formats steht die systematische Reflexion. Gemeinsam mit ihren Mentorinnen und Mentoren wählen die Studierenden für jeden Unterrichtsversuch einen Qualitätsaspekt aus – etwa Differenzierung, individuelles Fördern oder ein lernförderliches Klima. Selbst- und Fremdeinschätzung werden anhand von Analysebögen zur Unterrichtsqualität getrennt festgehalten und anschließend im Reflexionsgespräch zusammengeführt. Die Bögen für die Mentorenarbeit hat Dr. Clemens M. Schlegel verfasst, der das Projekt als Leiter des Praktikumsamts auch initiiert hat und leitet.
Anerkannt wird das Praktikum für die Lehrämter Grund-, Mittel- und Förderschule als studienbegleitendes bzw. zusätzliches studienbegleitendes Praktikum, für das Lehramt an Förderschulen zudem als Teil des pädagogisch-didaktischen oder sonderpädagogischen Blockpraktikums. Für das Lehramt an Realschulen kann ein Aufenthalt an der Anne-Frank-Realschule anteilig als pädagogisch-didaktisches Praktikum angerechnet werden; für das Lehramt an Gymnasien informieren die zuständigen Praktikumsämter über die Anerkennungsmöglichkeiten.
Die Projektkoordination liegt bei Michael Hopp, Mittelschulmentor am Praktikumsamt. Wissenschaftlich begleitet und qualitativ erforscht wird PrinaSch von Prof. Dr. Markus Gloe, Professur für Politische Bildung und Didaktik Politik & Gesellschaft an der LMU.
Für die angehenden Lehrkräfte verbindet das Format zwei Ebenen: Sie erweitern ihr methodisches Repertoire an einem Ort gelebter Schulentwicklung und schärfen zugleich den reflexiven Blick auf das eigene Handeln. PrinaSch knüpft damit an ein Kernanliegen der Lehrkräftebildung an der LMU an: die enge Verzahnung von Theorie und Praxis und die Ausbildung reflektierter, innovationsoffener Lehrkräfte.
Weitere Informationen finden Sie hier: www.praktikumsamt.mzl.uni-muenchen.de/projekte/projekte/prinasch/index.html